Adria Airways: Auf die Flugpause folgt die Pleite

Datum
Dienstag, 1. Oktober 2019

Die nächste Fluggesellschaft ist pleite. Adria Airways meldete am 30. September Insolvenz an. Nachdem man zunächst einige Flüge aus finanziellen Gründen ausgesetzt hatte, bleibt die Airline jetzt ganz am Boden.

Lufthansa soll ausfallende Adria-Flüge übernehmen

Adria Airways
Adria Airways bleibt und ist am Boden.

Schon seit geraumer Zeit schlägt sich Adria Airways mit finanziellen Problemen herum. Zuletzt erlegte sich die Fluggesellschaft aus Slowenien sogar selbst eine Zwangspause auf. Man könne den Flugbetrieb aus finanziellen Gründen sonst nicht mehr aufrechterhalten. Für einen tragfähigen Finanzierungsplan stellte die slowenische Luftfahrtbehörde (CAA) eine Frist bis zum 2. Oktober 2019. Aufgrund der enormen Schulden von 90 Millionen Euro konnte die Zahlungsunfähigkeit aber nicht mehr abgewendet werden.

Von der Insolvenz von Adria Airways sind insgesamt 15.000 Passagiere betroffen, die sich jetzt über ihre Fluggastrechte informieren und eventuelle Erstatzansprüche geltend machen sollten.

Die slowenische Regierung wandte sich nun an die Lufthansa. Als Partner der Star Alliance soll nun geprüft werden, ob die Lufthansa die ausfallenden Flüge zur Hälfte übernehmen könne. In der Vergangenheit flog Adria Airways bereits im Auftrag der Lufthansa, SWISS oder Austrian Airlines. Allerdings wurden in letzter Zeit immer mehr der 20 geleasten Maschinen von den Leasinggebern abgeholt, wozu es bereits im Vorfeld zu immer mehr Flugstreichungen kam.

Mehrheitlich gehört Adria Airways zum Münchner Unternehmen 4K Invest, die die Airline 2016 übernahmen. Fünf Jahre zuvor half der slowenische Staat bereits mit Geldern aus, eine weitere Finanzspritze ist jedoch ausgeschlossen. Die Regierung lehnte bereits ab, mit staatlichen Mitteln auszuhelfen und spielt stattdessen mit dem Gedanken eine neue Fluggesellschaft mit besserer Vernetzung aufzubauen.