Air Canada plagt sich mit Pornos im Cockpit

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Donnerstag, 9. Oktober 2014
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Die Fluglinie Air Canada hat noch immer mit pornographischem Material im Cockpit zu kämpfen. Chefpilot Rod Graham zeigte sich darüber enttäuscht, dieses Thema erneut ansprechen zu müssen. Seine Mail war bereits im September 2013 an den kanadischen Sender CBC gesendet worden, der Inhalt wurde allerdings erst kürzlich in der Öffentlichkeit bekannt. Pikant: Schon vor sechs Jahren sei erstmals pornographisches Material im Cockpit eines Fliegers der kanadischen Airline entdeckt worden. Eine Pilotin hatte damals anzügliche Fotos in Zwischenräumen und Kabelfächern einer Frachtmaschine gefunden. Zwar untersuchte Air Canada den Vorfall und gab bekannt, dass rassistisch anmutende und pornographische Bilder an Bord gefunden worden seien, doch an die Hintermänner gelangte man nicht.

Nur die Route nach Las Vegas ist betroffen

Das pornographische Material bestand zum Großteil aus Visitenkarten, erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber CBC. Nach Angaben der Fluglinie war zuletzt im Februar diesen Jahres entsprechendes Material gefunden worden. Erstaunlich: Nur Maschinen des Herstellers Embraer auf der Flugroute nach Las Vegas sind betroffen. Da liegt natürlich der Verdacht nahe, dass der Kreis der Verdächtigen auf Piloten begrenzt werden kann, die diese Route immer wieder fliegen. Dennoch sieht die Verkehrsaufsichtsbehörde keinen Handlungsbedarf. „Wir sind nicht dafür zuständig, Lesematerial an Bord zu regulieren“, so ein Sprecher der Behörde. Da das Pornomaterial an Stellen versteckt sei, die nicht als Stauraum genutzt werden und teilweise elektronische Komponenten enthalten, könne die Flugsicherheit gefährdet werden, entgegnen Kritiker. Der Präsident der kanadischen Pilotenvereinigung sieht dennoch eine moralische Verpflichtung der Piloten und Crew-Member und ist schockiert über das gefundene Material, das laut seiner Aussage an Bord von Flugzeugen nichts verloren habe.