Erneuter Streik bei Germanwings

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Freitag, 17. Oktober 2014
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Der Streit um die Gestaltung der Altersregelung für Piloten der Lufthansa eskaliert weiter. So gab es am gestrigen Donnerstag einen erneuten Pilotenstreik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings. Bis zu 100 Flüge wurden in ganz Deutschland ersatzlos gestrichen. Betroffen waren etwa 13 000 Passagiere von Inlandsflügen. Die Flüge ins Ausland fanden aufgrund eines Notfallflugplanes jedoch statt, wie Germanwings mitteilte. In dem sich zuspitzenden Tarifkonflikt geht es um die Übergangsrenten für 5400 Piloten und Co-Piloten der Lufthansa, Lufthansa-Cargo und Germanwings. Die Lufthansa hatte die bisher geltenden Regeln zum Jahresende 2013 gekündigt. Sie fordert, dass ihre Piloten frühestens mit 60 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können und nicht mehr mit 55 Jahren, wie bisher. Die Gewerkschaft sagte, die Lufthansa habe sämtliche Kompromissvorschläge ignoriert und sei zu keinerlei Zugeständnissen bereit.

Gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen

Die Lufthansa ihrerseits wirft der Gewerkschaft vor, dass sich der Streikaufruf vor allem gegen Familien richte, da derzeit die Herbstferien in Nordrhein-Westfalen und Thüringen zu Ende gehen. „Damit verabschiedet sich die Pilotengewerkschaft ganz offensichtlich von ihrem Grundsatz, nicht in erster Linie die Passagiere der Lufthansa Gruppe treffen zu wollen“, so ein Sprecher der Lufthansa. Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat sich nun stärker eingeschaltet und die Tarifparteien zu einer schnellen Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert. Dobrindt erklärte, dass nur am Verhandlungstisch eine für beide Seiten vernünftige und akzeptable Lösung gefunden werden könne. Streiks seien Teil der Tarifautonomie, die Zahl betroffener Passagiere solle bei derlei Auseinandersetzungen aber möglichst gering gehalten werden, so der Minister weiter.