Schwere Krise bei Air Berlin

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Dienstag, 29. April 2014
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Air Berlin, die Nummer zwei unter Deutschlands Fluganbietern, gerät in immer schwierigeres finanzielles Fahrwasser und muss das fünfte Jahr in Folge rote Zahlen vermelden. Das Unternehmen hängt mittlerweile am Tropf nur noch eines einzigen Geldgebers, eines Investors vom Persischen Golf.

Der Verlust im abgelaufenen Jahr beläuft sich auf sage und schreibe 315,5 Millionen Euro. Fast schon keine Überraschung mehr, denn der Lufthansa-Konkurrent steckt nicht erst seit 2013 in einer tiefen strukturellen Krise.

2013 fielen zudem einige Strecken weg, so das die Flotte von Air Berlin auf 140 Flugzeuge schrumpfte, ein neuer Tiefststand.

Massiver Stellenabbau notwendig

Die Verschuldung von Air Berlin liegt mittlerweile bei 796 Millionen Euro.
So überrascht es nicht, daß eine der Sanierungsmaßnahmen ein massiver Stellenabbau sein dürfte. Wie viele Arbeitsplätze genau wegfallen, ist nach Angaben der Konzernleitung noch offen, doch es dürfte ein massiver sein, wie man im Dunstkreis von Air Berlin vernehmen kann. Von bis zu 900 wegfallenden Stellen ist die Rede, was knapp 10% aller Angestellten betreffen würde.

Damit Air Berlin nicht völlig in den Abgrund rutscht, soll eine massive Finanzspritze des arabischen Investors Etihad Linderung verschaffen. Die arabische Airline soll über eine sogenannte Wandelanleihe 300 Millionen Euro zuschießen, während Air Berlin über eine eigene Anleihe mindestens 150 Millionen Euro erlösen will. An der Eigentümerstruktur solle sich dennoch vorläufig nichts ändern, betonte die Konzernleitung. Man wolle abwarten, ob die geplanten Maßnahmen Früchte tragen.