Streikwelle bei Lufthansa nimmt kein Ende

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Donnerstag, 4. Dezember 2014
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Die Piloten der Lufthansa sind am heutigen Donnerstagmorgen erneut in den Streik getreten. Der Ausstand begann um drei Uhr heute Nacht und betrifft sowohl Langstrecken- als auch Frachtflüge. Der aktuelle Streik soll bis Mitternacht dauern. Die Lufthansa sah sich gezwungen, mehr als 40 Passagierflüge in die USA und nach Asien zu streichen. Trotz des Arbeitskampfes will die Lufthansa aber die Hälfte der geplanten Langstreckenflüge durchführen. Noch am Mittwoch hatte die Lufthansa der Pilotengewerkschaft „Cockpit“ ein Schlichtungsangebot vorgelegt, das aber abgelehnt wurde. Cockpit erklärte nämlich zeitnah, dass diese neue Schlichtungsangebot keinen Einfluss auf den heutigen Streik habe. Der neueste Pilotenausstand ist schon der zehnte seiner Art in der anhaltenden Tarifauseinandersetzung, welche bereits vor Monaten begann. Knackpunkt ist immer noch die Auseinandersetzung um eine betriebliche Frührente.

Streitpunkt bleibt die Altersgrenze

Die Lufthansa möchte die Altersgrenze von 55 Jahren anheben, mit dem die Lufthansa-Piloten derzeit in den bezahlten Frühruhestand gehen können. Zudem sollen zukünftige Piloten nach Plänen der Lufthansa überhaupt gar keine betriebliche Frührente mehr erhalten. Cockpit lehnt diese beiden Schritte vehement ab. Es handele sich bei diesen Vorhaben der Lufthansa um grobe Ungerechtigkeiten, die völlig inakzeptabel seien. Experten widersprechen der Cockpit-Vereinigung allerdings und springen der Lufthansa bei. Es sei völlig wahnwitzig, dass Piloten in recht frühem Alter schon in den Ruhestand gehen könnten, während z.B. körperlich deutlich härter arbeitende Bauarbeiter oft bis 65 arbeiten müssten. Dies sei eine viel größere soziale Ungerechtigkeit als die Anhebung des Rentenalters bei Piloten. Eine zeitnahe Einigung scheint weiterhin ausgeschlossen, denn die Fronten sind immer noch mehr als nur verhärtet.